In den letzten Monaten bin ich dabei mein komplettes Gerümpel zu entsorgen und habe auch mit dem Gedanken gespielt den Blog vom Netz zu nehmen.
Und gerade heute habe ich eine E-Mail erhalten die mir im Grunde bestätigt, dass der Blog eben doch bleiben soll. Ungelogen seit Jahren schaue ich nicht mehr auf diesen Blog und siehe da: es wird tatsächlich noch
gelesen. Zwar nur von einem ausgewählten Kreis an interessierten
aber immerhin. Dabei ist der Blog weder umfangreich noch top aktuell.
Das spricht wohl für das Thema an sich und vor allem wie sehr betroffene unter einer Angststörung leiden.
So, und jetzt zu der Frage von Frithjof wie es mir in der zwischenzeit ergeht:
Insgesamt: Prächtig!
Phasenweise: es geht bergauf und bergab
Tageslaunen: kommt drauf an
Und was sagt das jetzt aus?
Es sind jetzt 5 Jahre seit Ende der Therapie vergangen und 100 % losgelassen hat mich die Angst nie.
Zwischenzeitlich hatte ich eine Arbeitsstelle die mir einfach nicht gut getan hat, wollte es aber nicht einsehen und habe ausgeharrt. Davon kann ich jedem nur dringend abraten! Kündigt wenn ihr es euch leisten könnt und tut euch was gutes! Obwohl es mir längere Zeit gut ging, hat mich die Arbeit so sehr mitgenommen dass ich mir beinahe wieder sonst was angetan hätte. Meine Tage bestanden aus Weinkrämpfen, Schreiattacken und akuten Angstatttacken. Ich habe mich zurückgezogen und alle von mir weggestoßen die mir nur helfen wollten.
Sich jedes Mal wieder aus dem Sumpf zu kämpfen ist anstrengend. Aber zum Glück wird es bei mir von mal zu mal leichter. So blöd es auch klingt: man bekommt Routine darin die Angst zu besiegen. Ich weiß was mir in konkreten Situationen am besten hilft und wende es immer schneller an.
Das zum Thema Phasenweise.
Tja, Tageslaunen kennt jeder aber hier ist bei mir das Problem, dass ich sofort schiss bekomme wenn ich mal 2-3 Tage nicht so gut gelaunt bin, dass der gleiche Mist wieder von vorne anfängt. Hat es zum Glück in dem Ausmaße aber nie getan.
Und dennoch muss ich in Summe sagen, dass es mir absolut fantastisch geht!
Endlich kann ich mein Leben genießen, reise viel mit meinem Freund, mit Freundinnen aber auch mal alleine in der Weltgeschichte herum und versuche allgemein ein spannendes und vor allem gesundes Leben zu leben.
Spannend heißt für mich eigentlich auch nur, dass ich 2-4 mal die Woche was mit Freunden unternehme. Und wenn wir uns nur in der Bar treffen und quatschen oder eine Runde walken gehen ist es auch o.k.. Der gleichberechtigt wichtige Punkt ist für mich das gesunde Leben: wenige Süßigkeiten und Sport. Damit bekomme ich eigentlich jede Laune in den Griff.
Dienstag, 9. Februar 2016
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Vielen Dank für deinen kleinen Bericht. Ich glaube auch, dass dieser Blog eine große Hilfe sein kann. Vielen meiner Klienten gebe ich Tagebücher oder Ähnliches als Aufgaben auf. Sich einmal das ganze bewusst zu machen hilft. Gerade momentan schreibe ich eine große Artikelserie zum Thema Angst in den unterschiedlichsten Bereichen und setz mich mit dem Thema noch mal genauer auseinander.
AntwortenLöschenDen Rat, kann ich nur unterschreiben, eine Arbeitsstelle ewig beizubehalten die einem nur schlecht bekommt hilft nichts. Ich musste selbst die Erfahrung machen. Aber es war wirklich nicht einfach. So schlimm wie bei dir was allerdings bei weitem nicht. Gut ich konnte mir auch mit Hypnose selbst und auch durch Kollegen sehr viel helfen.
Wie kennst du dich denn aus deinem Sumpf wieder frei, was hilft dir?
Alles Gute Maunz und weiterhin viel Erfolg
PS: Danke für deine Zahlreichen und für mich wirklich guten Artikel hier in deinem Blog!
Danke für deine lieben Worte.
AntwortenLöschenWas ich faszinierend finde ist, dass ich meine Tagebücher aus dieser Zeit und auch diesen Blog im Grunde nicht mehr lesen kann. Es geht einfach nicht. Weil es einfach ein Teil meiner Vergangenheit ist - der mich zwar bis heute und wahrscheinlich alle Zeit prägt - aber auch ein Zeugnis davon ist wie sehr ich schonmal am Boden war.
Was mir hilft sind eigentlich ganz einfach Tricks die einem ständig geraten werden aber man immer nur denkt: jaja, red du nur.
Das erste was man macht wenn es einem nicht gut geht ist Schokolade essen, auf der Couch lümmeln, Telefon ausstecken, etc.
Aber:
- Ausgewogene Ernährung mit wenig Zucker (das mit dem Zucker ist ganz wichtig!!!)
- ausreichend trinken
- Sport machen bei dem man auch ins schwitzen kommt. Da ich eine richtige Tanzmaus bin, ist für mich der orientalische Tanz fantastisch geeignet. Man ist gezwungen den Kopf auszuschalten und der Musik zu folgen. Einfach fantastisch!
- Wieder unter Leute gehen. Es muss nicht gleich die überfüllte Bar am Abend sein. Es reicht auch ein ruhige Cafe am frühen Nachmittag oder Vormittag um mit einer Freundin zu reden.
Das sind eigentlich auch schon alle meine "Tricks" um wieder in Spur zu kommen. Ich kann nicht mal sagen was genau mir davon am meisten hilft, es ist eher die Kombination aus allem.
Und wichtig ist tatsächlich: alles Schritt für Schritt angehen. Nicht alles auf einmal ändern sondern eins nach dem anderen.
Deine Artikel interessieren mich. Gerne würde ich darüber mehr erfahren.
Ich finde es schön zu lesen, dass man Routine bekommen kann, die einen hilft mit der Angst zu leben oder auch sie zu besiegen.
AntwortenLöschenSehr hilfreiche Worte, die Betroffenen wieder Mut schöpfen lässt.
Danke.